Bruce Sterling ist zweifellos einer der renommiertesten und engagiertesten Science-Fiction-Autoren unserer Zeit. Er gilt als einer der Erfinder des literarischen Sub-Genres Cyberpunk, verfasste aber auch zahlreiche non-fiktionale und journalistische Werke.
In den letzten Jahren wandte sich Sterling zunehmend der Design-Welt zu und rief das Viridian Design Movement ins Leben, ein informeller Zirkel, der gegen den Klimawandel agitiert.
Im Gespräch erläutert Bruce Sterling den Nutzwert von Science-Fiction-Literatur und erklärt, warum er wenig von der Philosophie grüner Fundis hält.
Einige nennen Hossein Derakhshan den “persischen Blogvater”, die israelische Zeitung Haaretz titulierte ihn kürzlich als “König der iranischen Blogger”, was er allerdings nicht so gerne hörte. Tatsache ist: der 32-Jährige hat vor wenigen Jahren mit einer Blog-Gebrauchsanleitung in persischer Sprache einen regelrechten Blog-Boom im Iran ausgelöst. Nicht nur Liberale, auch Konservative und Kleriker bevölkern seitdem die persische Blogosphäre.
Im Gespräch erklärt der in Kanada lebende Aktivist, warum er glaubt, dass Blogs im Iran bestand haben werden und warum ihm bei einer Rückkehr in den Iran Gefängnis droht.
Über Google zu sprechen, ohne Superlative fallen zu lassen, ist wahrscheinlich nahezu unmöglich, also versuchen wir es gar nicht erst: Google ist das wahrscheinlich unwahrscheinlichste Unternehmen der äußeren Galaxis.
“Sei nicht böse”, lautet das Motto des Unternehmens aus Mountain View, das nach eigenen Angaben nichts geringeres vorhat, als das Wissen der Welt zugänglich zu machen.
Die enorme Marktmacht und der unstillbare Datenhunger des Imperiums mit dem Bällchen-Logo hat bei vielen Zeitgenossen jedoch auch alle Alarmglocken zum Klingeln gebracht. Mit all den Web-Diensten, die Google quasi im Wochentakt ins Netz schüttet, könnten hochdifferenzierte Nutzer-Profile angelegt werden, für die Marketing-Unternehmen und Geheimdienstler jederzeit ihr Mittagesses kalt werden ließenso die Befürchtung.
Marissa Mayer, Vizepräsidentin von Google und zuständig für “Search Products & User Experience” äußert sich im Interview eindeutig: “Wir führen keine Daten aus verschiedenen Diensten zusammen.” Im Gespräch geht es außerdem um die Abhängigkeit Googles von Werbe-Etats Dritter, um Youtube und um künstliche Intelligenz.
Eine Fernsehserie ohne Sender: Seit Dezember 2004 produziert das Unternehmen Jungroup die Fortsetzungsserie The Scene und bietet sie über das Web, sowie über Filesharing-Netzwerke zum Download an. Nicht nur der Distributionsweg, auch das Format ist ungewöhnlich. Der Zuschauer mutiert zum Desktop-Voyeur. Er beobachtet die PC-Aktivitäten des Hauptdarstellers, liest seine E-Mail- und Chat-Unterhaltungen mit und verfolgt auf diese Weise eine komplexe, mehrschichtige Story.
Spielte die erste Staffel in der geheimnisumwitterten Welt der Release-Groups, geht die zweite Auflage neue Wege. Wohin die Reise geht, erklärt uns Regisseur und Drehbuchautor Mitchell Reichgut.
In ihrem Buch “No Copy” beleuchten Evrim Sen und Jan Krömer die weltumspannende Szene der digitalen Raubkopierer. Glaubt man den Autoren, haben die ersten Hacker, die sich ihren schrankgroßen Rechnern noch mit Schraubenschlüsseln nähern mussten, und Release-Groups, die in geheimen Winkeln im Netz gecrackte Software veröffentlichen, mehr miteinander gemeinsam, als allgemein wahrgenommen wird.
Im Interview spricht Evrim Sen über die Anfangstage des Hackens und über den seiner Meinung nach größten Fehler der Softwareindustrie: den Kopierschutz.
“Dieses Buch ist hypermodern, jeder sollte es lesen”, findet Ingeborg-Bachmann-Preisträger Peter Glaser. In “Wir nennen es Arbeit” portraitieren Holm Friebe und Sascha Lobo die digitale Bohème, Großstadtbewohner, die dank Digitaltechnik und Internet dem Traum des selbstbestimmten Arbeitens bereits sehr nahe kommenjenseits von Festanstellung oder GmbH-Gründung.
Warum sie trotzdem nicht die Speerspitze der Neoliberalen sind und was das Nähen von Puppenkleidern damit zu tun hat, erläutern die beiden Autoren im Gespräch.